Keiner ist Weise, der nicht das Dunkel kennt.  (Herrmann Hesse)    
       
Somatic Experiencing®
 
 
 
Ein körperlicher Ansatz in der Therapie mit Traumata
Somatic Experiencing® ist ein psycho-physiologisches Basismodel zur Behandlung der Folgen von Schock und Trauma. Sie wurde von dem amerikanischen Traumaforscher und Körpertherapeuten Dr. Peter Levine entwickelt. Ausgehend von Beobachtungen seiner Patienten und von in der Wildnis lebenden Tieren entwickelte er sein Modell der Entstehung von Trauma. Ebenso wie Tiere reagieren Menschen in Bedrohungssituationen primär instinktiv und biologisch und erst sekundär psychisch und kognitiv.
Trauma entsteht, wenn in einer Situation etwas zu viel, zu schnell und zu heftig geschieht, und dies als potentiell lebensbedrohlich erlebt wird. Dann können die vom Nervensystem geplanten Überlebensreaktionen nicht erfolgreich abgeschlossen werden und eine hohe Ladung an Überlebensenergie bleibt im Nervensystem gebunden und kann sich in verschiedenen Symptomen äußern. 
Bei der Arbeit mit Somatic Experiencing® wird der Kontakt zum Nervensystem über die körperlichen Empfindungen hergestellt. So arbeitet man primär mit den Folgen des überwältigten Ereignisses im Körper und Nervensystem und nicht mit dem Ereignis selbst. Im Pendel zwischen der traumatischen Erfahrung und inneren und biologischen Ressourcen wird das Trauma „neu verhandelt“. Durch die Arbeit in kleinen Schritten,  wird eine Katharsis vermieden, die das traumatische Ereignis verstärken könnte. 
Dadurch kann die im Trauma eingefrorene Überlebensenergie dem System nach und nach wieder zugeführt werden und nicht abgeschlossene Prozesse werden abgeschlossen. Oft wird es dann möglich, die infolge des Traumas entstandenen psychischen und körperlichen Symptome (z. B. Übererregbarkeit, Depression, Ängste, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Dissoziation) erfolgreich aufzulösen.